St. Stephanskirche

Liebe Leute, kommt heran
und hört, was ich berichten kann:
Ein Holzkirchlein vor tausend Jahren
gab uns'rer Kirche seinen Namen.
Sankt Stephanus, sein Schutzpatron,
den kannten alle damals schon.

Dann nahm man Backsteine ganz viele
und baute um - im romanischen Stile.
Die kleinen Rundbogenfenster hier -
das sind noch Reste, die stammen von ihr.

Doch bald war Gotik der letzte Schrei.
Und wieder baute man alles neu.
Das Kirchenschiff, fast wie ein Wunder,
war endlich fertig um vierzehnhundert.

Doch damit war man nicht zufrieden.
"Jetzt müssen wir einen Chorraum kriegen."
Barthold Schulte war sehr reich.
Er gab das ganze Geld sogleich.
Bald war der Chorraum auch schon fertig.
Ihr könnt ihn sehen. - Ist er nicht herrlich?

Kirchtürme, bis zum Himmel hoch,
die fehlten unserer Kirche noch.
Der erste war fertig - prächtig anzuseh'n.
Doch sechzehnhundertsieb(en)zehn
stürzte er runter mit Riesenkrach.
Es brannte das ganze Kirchendach.

Auch alles innen war entzwei.
Da gab's ein trauriges Geschrei.

Nur die bronzene Taufe, die blieb stehen.
Könnt ihr unten die vielen Buchstaben sehen?
Im alten Deutsch - nicht so wie heute -
mahnte der Künstler kritische Leute:

"Wer tadelt das Meine,
der gehe nach Hause
und siehe auf das Seine.
Findet er dort keine Gebrechen,
dann mag er über das Meine sprechen.
Im Jahre fünfzehnhundertacht
hat Hinrich Mente mich gemacht."

Stinkreiche Leute kamen herbei
und bald war alles wieder neu.
An der Empore stehen Namen
von denen, die ihr Geld uns gaben.

Der Altar dort ist aus Holz.
Zwölf Meter hoch - darauf sind wir stolz.

Auch die Stadt Hamburg an der Elbe
gab uns recht viel von ihrem Gelde.
Die Orgel an der Westwand dort,
die schenkte uns der Hanse-Ort.
Sie klingt wie damals sechzehn zwo vier.
An jedem Samstag im Sommer sind Konzerte hier.

Doch lasst uns nun schnell weiter gehen.
Bei uns gibt es noch mehr zu sehen.